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Tap-Guitar
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Die Tap-Guitar ist eigentlich kein einzelnes Instrument, sondern vielmehr der Begriff für eine Spielweise. Man kann theoretisch auf jeder Gitarre oder jedem Bass tappen. Da hierfür aber ein paar Modifikationen notwendig sind und normale Gitarren und Bässe mit ihren 4 bzw. 6 Saiten ein bißchen wenig Raum zur Verfügung stellen, wurden mit der Zeit Spezial-Instrumente entwickelt, die extra für das Tappen konzipiert wurden.
Es handelt sich dabei zumeist um 8- , 10- oder 12-Saitige Instrumente, verschiedener Bauart, die eine Vielzahl von Tunings (Stimmungen) und Spieltechniken ermöglichen.
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Beidhändiges Spielen
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Da man die Saiten tappt, statt sie zu zupfen oder mit einem Plektrum anzuschlagen, kann man bei der Tap-Guitar mit zwei Händen gleichzeitig spielen. Dadurch sind Spieltechniken möglich, die auf einer normalen Gitarre oder einem normalen Bass kaum denkbar sind. So lassen sich beispielsweise Melodielinien und Bassbegleitung gleichzeitig spielen - auch wenn sie von der Tonhöhe weit auseinander liegen. Und das dann auch noch in deutlich komplexerer Form als man es von herkömmlichen Spielweisen kennt.
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Crossed oder uncrossed
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Für die Tap-Guitar gibt es zwei grundsätzliche Spieltechniken: crossed und uncrossed.
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Crossed bedeutet, dass die Hände dabei überkreuzt sind, dass also die linke Hand die oberen Saiten (die tiefen Saiten bei der Gitarre) bedient und die rechte Hand die unteren Saiten (auf der Gitarre die hohen Saiten) spielt.
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Uncrossed bedeutet, dass die Hände parallel von außen an den Hals greifen und die linke Hand die unteren Saiten bedient, während die rechte Hand die oberen Saiten spielt
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Es gibt viele Diskussionen darüber, welche Spieltechnik die bessere ist. Meiner persönlichen Erfahrung nach bietet die Uncrossed-Variante nicht nur für Anfänger einige Vorteile.
Ich selbst habe mit der Crossed-Spielweise begonnen und mir später zusätzlich noch eine Tap-Guitar zugelegt, die ich uncrossed spiele und habe dabei festgestellt, dass man uncrossed oftmals deutlich entspannter spielen kann, weil diese Technik von der Ergonomie her etwas unverkrampfter ist und außerdem bietet die Uncrossed-Variante noch einen weiteren meines Erachtens sehr wichtigen Vorteil: dadurch dass die Hände sich nicht überkreuzen, kommt es zu keinen Kolissionen beim Spielen. Jede Hand hat auf Ihren Saiten den kompletten Hals zur Verfügung und es ist kein Problem, wenn beide Hände auf selber Hals-Höhe spielen, was bei der Crossed-Spieltechnik ohne weiteres nicht möglich ist. Gerade bei Arpeggien und bei einigen Rhythm-Grooves kann eine Uncrossed-Spieltechnik deshalb von entscheidendem Vorteil sein.
Die Entscheidung für Crossed oder Uncrossed bringt aber keine Nachteile mit sich, was das Lernen angeht - die Hände werden bei beiden Varianten gleich eingesetzt. Ein Tap-Guitar-Spieler kann sich also in der Regel ohne größere Probleme auf beide Varianten einstellen.
Ich selbst spiele sowohl crossed als auch uncrossed, wobei ich feststelle, dass ich in letzter Zeit öfter zu meinem Uncrossed-Instrument greife - erstens weil es keine Nachteile mit sich bringt und zweitens weil es auch um einiges rückenschonender ist.
Für Anfänger würde ich tendenziell eher zu uncrossed raten - man findet sich auf Uncrossed-Instrumenten etwas leichter zurecht und man kann später immer noch auf crossed umsteigen, wenn man das möchte. Außerdem sind uncrossed-Instrumente oft auch viel leichter und günstiger zu bekommen!
Aber auch jedem erfahreneren Crossed-Spieler kann ich nur empfehlen, das Uncrossed-Spielen einmal auszuprobieren. Als alter Instrumenten-Sammler habe ich persönlich sowieso die Neigung zum Zweit- (oder auch Dritt-, Viert- und Fünft- ;-) ) -Instrument und ich finde, dass sich die beiden Spieltechniken ganz gut miteinander vertragen. Aus Gehirn-Sicht bringt das Spielen auf beiden Versionen wahrscheinlich noch zusätzliche Vorteile: Man trainiert die Unabhängigkeit der beiden Hände besser, weil sie nicht mehr auf eine Haltung festgeschrieben sind und man schult damit auch seine Griffbrett-Orientierung ganz entscheidend.
Last but not least: Auch die größe der Hände kann eine Rolle spielen. Uncrossed-Instrumente sind zumeist auch für kleinere Hände besser geeignet, weil man sich nicht ganz so verrenken muss.
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Verschiedene Instrumente und Marken
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Im Tap-Guitar-Bereich entstehen manchmal gewaltige Diskussionen um die Wahl des richtigen Instruments. Ich persönlich lege mich nicht gern auf eine Marke oder ein Modell fest, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass jedes Modell seinen eigenen Reiz haben kann und dass unterschiedliche Marken unterschiedliche Vorteile bieten.
Viele E-Gitarristen haben ja auch sowohl eine Les Paul als eine Strat und kein Mensch denkt sich etwas dabei, wenn er bei einem Gitarristen mehrere verschiedene Modelle an der Wand hängen sieht.
Ich empfehle jedem Einsteiger, garnicht so sehr auf die (manchmal fast schon wie Religions-Diskussionen wirkenden) Instrumentewahl-Theorien zu achten, sondern lieber auf andere wichtige Faktoren zu schauen:
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Ist das Instrument in einer halbwegs akzeptablen Zeit verfügbar? (Wer will schon ewig warten?)
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Passt es preislich in mein Budget? (Nicht alles was teuer ist muss auch unbedingt besser sein)
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Wie ist die Ersatzteil-Situation? (Jeder Gitarrist kennt das: Man möchte mal was austauschen, upgraden oder muss nach allzu exzessivem Spiel vielleicht auch mal reparieren)
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Wie sind die Service-Möglichkeiten? (Finde ich jemanden, der mir mein Instrument im Zweifel reparieren kann, wenn mal was daran sein sollte?)
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Unterschiedliche Musik-Stile auf der Tap-Guitar
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Das schöne am Tap-Guitar-Spielen ist, dass man jeden Musikstil damit realisieren kann. Im Internet sieht man zwar oft Progressive-Rocker oder Jazzer, die komplizierteste Stücke zum besten geben (manch einem musikalischen Normalverbraucher wird dabei regelrecht schwindlig), aber auch Klassik, Classic Rock, Hardrock, Metal und und und... sind auf der Tap-Guitar absolut machbar (wir werden hier noch einige Beispiele zeigen).
Man kann eine Tap-Guitar wie eine E-Gitarre über unterschiedlichste Effekte laufen lassen (Verzerrer, Hall, Chorus usw.) und das schöne ist: Fast alle Tap-Gitarren haben einen Stereo-Ausgang, was ermöglicht, den Bass- und den Melodie-Bereich getrennt mit Effekten zu belegen - man kann also bspw. einen schön angezerrten Blues spielen, während der Bass clean bleibt oder mit einem Fretless-Effekt eine zusätzliche markante Note bringt
Darüber hinaus haben einige Tap-Gitarren auch eine MIDI-Option. Das ist was für echte Klang-Bastler! :-) Während dann der Bass normal als Bass dient, klingt die Melodie nach Saxophon, Klavier oder Hammond-Orgel... Auch hierzu wird es demnächst einige Video-Beispiele geben.
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Zwei in einem oder etwas ganz eigenes?
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Auch hiezu gibt es in Tap-Guitar-Kreisen immer wieder Diskussionen. Ist eine Tap-Guitar nun Gitarre und Bass in einem oder ist sie ein eigenständiges Instrument mit fließenden Übergängen?
Meine Meinung: Warum nicht beides?
Man kann eine Tap-Guitar doch so oder so einsetzen. Ich finde es absolut legitim, den Tap-Gitarristen in der Band als Kombi-Lösung zu sehen oder aber ganzheitliche Stücke auf der Tap-Guitar umzusetzen wie auf dem Klavier.
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Für wen ist die Tap-Guitar interessant
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Meines Erachtens spricht die Tap-Guitar sehr viele Zielgruppen an. Wo auch immer ich mit einer meiner Tap-Gitarren bin, stößt sie auf reges interesse und ich stelle immer wieder fest, dass jeder seine ganz eigenen Vorstellungen hat, die er gerne auf einem solchen Instrument umsetzen möchte.
Folgende Gruppen sind mir schon aufgefallen:
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Gitarristen und Bassisten, die nach neuen Herausforderungen suchen oder die das Spektrum ihres Instrumentes weiter ausbauen möchten
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Einsteiger, die ein außergewöhnliches Instrument lernen möchten, das vielleicht auch nicht jeder spielt
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"Alleinspieler" die keine Zeit oder Möglichkeit für eine Band haben und sich solo ein größeres Klangspektrum wünschen oder es reizvoll finden, sich selbst zu begleiten
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Musiker, die nach einem neuen, vielleicht nicht so gewohnten Sound suchen
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Groove-Spezialisten, die in der Tap-Guitar die Chance auf coole Sounds und Rhythmen sehen, die sich auf anderen Instrumenten so nicht realisieren lasse
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"Steve Vais", denen eine Gitarre einfach nicht mehr genug ist
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Klang-Fans, die einfach den Sound lieben
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Equipment-Bastler, die in der Tap-Guitar die Möglichkeit finden, die abgefahrensten Effekt-Orgien zu feiern
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Musiktheorie-Spezialisten, die auf einem so umfassenden Instrument mit ihrem Wissen mal richtig Gas geben können
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Kompositions- und Arrangement-Freaks, die einen ganz neuen Sound entwickeln wollen, um Ihrer Band vielleicht etwas einzigartiges zu geben
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Klassik-Gitarristen, die ihr Repertoire erweitern möchten, um Stücke umsetzen zu können, die auf der Konzertgitarre einfach nicht möglich sind (oder aufgrund des begrenzteren Tonspektrums in der Gitarren-Umsetzung einfach irgendwie verstümmelt wirken)<
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Es gibt sicherlich noch mehr Leute, die sich noch aus ganz anderen Gründen für die Tap-Guitar interessieren. Das sind jedenfalls die Fälle, die mir schon begegnet sind und mit denen ich gesprochen habe. Wenn jemandem noch eine wichtige Gruppe einfällt, bin ich gern für Vorschläge offen.
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